Der Wisent - Wildtier des Jahres
Die „Schutzgemeinschaft Deutsches Wild“ hat das größte Landsäugetier Europas, den Wisent (Bison bonasus), zum Wildtier des Jahres 2008 gewählt. Mit dieser Wahl wird ein Tier gewürdigt, das in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fast ausgestorben war. Auch heute leben weltweit nur etwa 3.500 Exemplare, wovon sich etwa die Hälfte in Tiergärten befindet. Dieser Bestand ist auf ein von Zoos koordiniertes Zuchtprogramm zurückzuführen, welches seinerzeit mit nur 56 verbliebenen Tieren begonnen wurde.

Durch diese erfolgreiche Zucht (allerdings mit einem sehr reduzierten Genpool) konnte 1956 eine kleine Herde der Wildrinder in dem polnischen Urwaldgebiet „Bialowieza“ ausgewildert werden. Mit etwa 600 Individuen lebt dort heute (auf polnischer und auf weißrussischer Seite) die größte frei lebende Wisent-Population (WWF).
"Was kümmert uns dies in Deutschland oder Hessen", mag manch ein(e) Leser(in) denken? Nun – noch im laufenden Jahr 2008 sollen im Rothaargebirge (unweit der hessischen Landesgrenze) 25 Wisente in die freie Wildbahn entlassen werden. Das Projekt „Die Rückkehr des Königs – Wisente im Rothaargebirge“ wird von mehreren Partnern getragen und vom „Bundesamt für Naturschutz“ und der „Zoologischen Gesellschaft Frankfurt“ unterstützt (Lindner, Reisinger). Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie
hier.

Ein ausgewachsener Wisent hat beeindruckende Körpermaße aufzuweisen. Bei einer Schulterhöhe von fast 2 Metern kann er ein Gewicht von bis zu 1.000 kg erreichen. Wisente sind reine Pflanzenfresser, die sich von Gräsern, Kräutern, Laub und Knospen ernähren. Ihre ursprünglichen Lebensräume in Europa waren ausgedehnte Laubmischwälder, sumpfige Waldgebiete und Auwälder (Reichholf).
Literatur
Lindner, U. & Reisinger, E.:
Die Rückkehr des Königs – Wisente im Rothaargebirge (Projektbeschreibung)
Reichholf, J. (1983):
Säugetiere, Steinbachs Naturführer, München
WWF Deutschland (2006):
Hintergrundinformation Wisent (Steckbrief)
Fotos: Hubertus Schwarzentraub
