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Die Elsbeere - Baum des Jahres 2011


Das Kuratorium „Baum des Jahres“ hat die Elsbeere (Sorbus torminalis) zum Baum des Jahres 2011 ausgerufen. Nach relativ häufig vorkommenden Jahresbäumen in der Vergangenheit (Vogelkirsche, Bergahorn, Walnuss, Waldkiefer), hat man sich damit im „Internationalen Jahr der Wälder“ für eine durchaus seltene Art entschieden.

Der Baum gehört zur Familie der Rosengewächse, sein Gattungsname „Sorbus“ zeigt die Verwandschaft mit der Vogelbeere, der Mehlbeere und dem ebenfalls seltenen Speierling an. Die Elsbeere kann etwa 100 Jahre alt werden und eine Höhe um die 20 m erreichen (Amann). Ihre Standortansprüche weisen eine recht weite Amplitude auf und können mit denen der Buche verglichen werden. Insgesamt bevorzugt die Art sonnige Lagen und ein mildes Klima. Auch trockene Standorte werden von ihr besiedelt – auf Sand oder in nassen Lagen gedeiht sie nicht. Nur in der Jugend verträgt der Baum eine Beschattung, später wird der Lichtbedarf immer höher (Roloff).

Durch diesen hohen Lichtbedarf und ihre Vorliebe für milde und sonnige Lagen wird die Art häufig auf Extremstandorte zurückgedrängt, was sicher Gründe für ihre Seltenheit sind. In Deutschland findet man sie daher bevorzugt in der Mitte und im Süden, etwa in alten Mittel- oder Niederwäldern.

Die Blätter des Baumes haben eine sehr schöne Herbstfärbung. Für Bienen und andere Insekten sind die Blüten der Elsbeere von Bedeutung, ihre Früchte werden gerne von Vögeln und Kleinsäugern verzehrt. Das harte Holz ist sehr hochwertig und wird zu Furnieren in der Möbelindustrie und zur Herstellung von Musikinstrumenten weiterverarbeitet (Kausch).

Durch die oben genannten Standortansprüche könnte der Baum zu den Gewinnern des Klimawandels gehören, falls man in diesem Zusammenhang überhaupt von „Gewinnern“ reden kann. Als sehr seltene Baumart sollte die Elsbeere jedenfalls ein Bestandteil unserer Wälder und der Kulturlandschaft bleiben und geschützt werden.



Literatur und Web

Amann, G. 1993
Bäume und Sträucher des Waldes
Naturbuchverlag, Augsburg

Kausch-Blecken von Schmeling. W. 1994
Die Elsbeere
Eigenverlag Kausch, Bovenden

Roloff, A. 2010
Die Elsbeere – die edle Unbekannte
http://www.baum-des-jahres.de/


Fotos